Finanzierung weiter unklar

Ungewisser Blick in die Zukunft:  Hessens Wirtschafts- und Verkehrsministers Tarek Al-Wazir bei der Informationsveranstaltung im Treysaer Haus für Gemeinschaftspflege.Fotos: Köster
Ungewisser Blick in die Zukunft: Hessens Wirtschafts- und Verkehrsministers Tarek Al-Wazir bei der Informationsveranstaltung im Treysaer Haus für Gemeinschaftspflege. Fotos: Köster

Schwalmstadt. Nur die komplette Fertigstellung der Autobahn A 49 ist sinnvoll – so die Kernaussage von Hessens Wirtschafts- und Verkehrsministers Tarek Al-Wazir bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch in Treysa zum Weiterbau der A 49.
Zuvor hatte er einen Bauabschnitt bei Stadtallendorf besichtigt und sich ein Bild vor Ort gemacht. Am Haus für Gemeinschaftspflege wurde der Grünen-Politiker von einer Gruppe Autobahngegnern empfangen, die ihm auf Transparenten Wortbruch vorwarfen. Im vollbesetzten Saal warteten sowohl Befürworter als auch Kritiker des millionenschweren Bauprojekts auf neue Erkenntnisse aus Wiesbaden. „Ich kann nicht in die Zukunft der Bundesfinanzen schauen“, sagte er und stellte damit klar, dass auch er keine terminlichen Aussagen über die weitere Entwicklung machen könne. „Erhaltung des Netzes vor Neubau“, laute die Devise beim Bund, erklärte der Minister, was es nicht leichter mache, Mittel für die A 49 zur Verfügung zu stellen.
Rund fünf Milliarden Euro betragen die jährlichen Gesamtmittel für Investitionen ins bundesweite Fernstraßennetz, daraus ergeben sich etwa 590 Millionen Euro für Hessen, war auf einem Schaubild zu lesen. Nach Abzug der Mittel für dringend notwendige Erhaltungsmaßnahmen, vor allem Brücken, und für die A 44, verblieben lediglich 51 Millionen Euro, so die Rechnung.

Keine konkreten Antworten

Kein Stuhl blieb am Mittwochabend im Haus für Gemeinschaftspflege frei. Das zeigt das große Interesse an Informationen über den Weiterbau der A 49.
Kein Stuhl blieb am Mittwochabend im Haus für Gemeinschaftspflege frei. Das zeigt das große Interesse an Informationen über den Weiterbau der A 49.

Die A 49 kostet im Schnitt etwa 13,5 Millionen Euro pro Kilometer, was die schwierige finanzielle Situation besonders deutlich macht. „Wir brauchen aber eine Zusicherung, dass nicht 500-meterweise weitergebaut wird“, betonte der Minister überspitzt, „denn je kürzer die Lücke zwischen den fertiggestellten Abschnitten wird, umso mehr Ausweichverkehr quält sich durch die Ortschaften“, warnte er.
„Was wollen Sie tun, damit unsere Stadt nicht für zehn und mehr Jahre im Chaos versinkt“, wollte Neustadts Bürgermeister Thomas Groll wissen, der wie viele andere Bürgermeister im Saal für den raschen Weiterbau der Autobahn steht. Darauf konnte Al-Wazir jedoch keine konkreten Antworten geben. „Fragen Sie uns wegen Alternativen“, schlug dagegen Heinrich Heinmöller von der Initiative „Schwalm ohne Autobahn“ vor, damit Orte wie beispielsweise Lischeid entlastet würden. Zwischendurch überreichten Mitglieder der IG „Lärmschutz A 49“ 2.300 Unterschriften an den Minister, um für eine Verbesserung ihrer Lage in Edermünde-Holzhausen zu protestieren. Insgesamt wurde sachlich miteinander umgegangen, zu wirklich neuen Erkenntnissen kam man jedoch nicht. Es gilt auch weiterhin: Man will und darf zwar bauen – doch fehlt am Ende das Geld.

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  • 1 Kommentar
    Kommentare 1 Pingbacks 0
    1. René Wucherpfennig 30. Mai 2014 um 16:31

      „Nur die komplette Fertigstellung der Autobahn A 49 ist sinnvoll“ Korrekt Herr Verkehrsminister… Nicht Quatschen, Sondern Machen!

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