Stadt Kassel schließt Flüchtlings-Unterkunft im Forstfeld

Kassel. Die Zahl der Flüchtlinge, die das Land Hessen der Stadt Kassel zur Unterbringung zuweist, ist seit April 2016 stark gesunken. In der Stadt Kassel sind derzeit 2.130 Flüchtlinge und Asylbewerber in der sogenannten Zweitaufnahme untergebracht. Etwa ein Drittel von ihnen dezentral in Wohnungen, zwei Drittel in 46 kleineren und sieben größeren Gemeinschaftsunterkünften. In der Gemeinschaftsunterkunft Heinrich-Steul-Schule sind knapp 150 Plätze vorhanden. Derzeit wohnen dort nur noch rund 70 Menschen. Hat das Land Hessen der Stadt vor einem Jahr noch um die 250 Flüchtlinge pro Monat zugewiesen, so sind es jetzt nur noch gut 40.

Die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der früheren Heinrich-Steul-Schule wird geschlossen. Wie das Areal im Stadtteil Forstfeld künftig genutzt werden soll, wird die Stadt Kassel in einem städtebaulichen Planungsprozess erarbeiten. Foto: Soremski
Die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der früheren Heinrich-Steul-Schule wird geschlossen. Wie das Areal im Stadtteil Forstfeld künftig genutzt werden soll, wird die Stadt Kassel in einem städtebaulichen Planungsprozess erarbeiten. Foto: Soremski

Inzwischen verfügt die Stadt über ausreichend freie Kapazitäten, um Flüchtlinge aufzunehmen. Die Gemeinschaftsunterkunft in der früheren Schule im Forstbachweg wird daher nicht mehr benötigt und wird zum 31. März 2017 geschlossen. Die derzeit dort noch untergebrachten Menschen werden in andere Unterkünfte umziehen. „Ich freue mich, dass es aufgrund der deutlich gesunkenen Zahl von geflüchteten Menschen nun möglich ist, nach der Gemeinschaftsunterkunft im Druseltal auch eine große Flüchtlings-Unterkunft im Stadtteil Forstfeld auflösen zu können“, erklärt Stadtkämmerer und Sozialdezernent Christian Geselle.

Für die künftige Nutzung des Geländes wird die Stadt Kassel eine städtebauliche Planung im Rahmen des „Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Kasseler Osten“ erarbeiten. „Das Konzept zeigt das hohe Potenzial des Kasseler Ostens auf“, erklärt Stadtbaurat Christof Nolda. So zeichne sich Forstfeld als beliebter und grüner Wohnstandort aus. „Das ist eine gute Voraussetzung dafür, im anstehenden Planungs- und Beteiligungsprozess eine gute Lösung für diesen Ort zu entwickeln“.

Bei der Entwicklung des früheren Schul-Grundstücks im Forstbachweg soll ein Schwerpunkt sein, neuen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. „Die Schulturnhalle bleibt in jedem Fall erhalten, damit die Vereine dort weiter trainieren und Sport treiben können“, betont Geselle, der auch Sportdezernent ist.

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Kasseler Osten (ISEK)

Stadt der kurzen Wege, Modellregion für die Vereinbarkeit von Arbeiten und Wohnen, Vorreiter bei Inklusion und Bildungsfragen, attraktiver Wohnort für Familien und junge Menschen – das und mehr könnte der Kasseler Osten werden. Die Voraussetzungen dafür sind bereits vorhanden und die Chancen gegeben, die Stadtteile Bettenhausen, Waldau, Unterneustadt und Forstfeld zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Zusammengefasst werden die Voraussetzungen und Chancen im Integrierten Stadtentwicklungskonzept Kasseler Osten (ISEK).

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