„Wo war die BI bei der Menschenkette im September?“

Waldhessen. Zum Leserbrief von Klaus Reinhardt im Kreisanzeiger vergangenen Mittwoch:

„Als gewählte Vertreter der Belegschaft des Werkes Werra nehmen wir die Aufforderung von Klaus Reinhardt, Vorsitzendem der Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Werratal – wir sollten als gewerkschaftliche Interessenvertreter nicht zulassen, dass Ängste und Sorgen der Mitarbeiter missbraucht werden, um Druck auszuüben – mit Unverständnis zur Kenntnis. Als Gewerkschaftsmitglieder und Organe der betrieblichen Mitbestimmung wissen wir sehr genau, was zu tun ist, um die Interessen der Mitarbeiter zu schützen – dafür brauchen wir nicht die oberlehrerhaften Belehrungen von Herrn Reinhardt.

Wir haben zur Wahrnehmung eben dieser Interessen nicht nur die Öffentlichkeit mobilisiert, um mit einer Menschenkette zwischen den thüringischen und hessischen Standorten des Werkes Werra auf unsere Situation aufmerksam zu machen und dringenden Handlungsbedarf aufzuzeigen, wir haben auch in vielen Gesprächen mit Mandatsträgern und Interessenvertretern dafür gekämpft, dass die Arbeitsplätze im Kalibergbau gesichert werden. Mit dem gleichen Nachdruck nutzen wir auch weiterhin unseren Einfluss in den Aufsichtsgremien des Unternehmens, um einen gerechten Ausgleich zwischen wirtschaftlichen und ökologischen Zielen einzufordern, nicht zuletzt deshalb, weil wir davon überzeugt sind, dass dies die wichtigste Voraussetzung für zukunftsfähige Arbeitsplätze ist.

Wir hätten es sehr begrüßt, wenn Reinhardt als BI-Vorsitzender – statt wohlfeil an der falschen Adresse den Schutz von Arbeitsplätzen zu fordern – sich mit seinen Gesinnungsgenossen mit Transparenten in unsere Menschenkette eingereiht hätte. Da hätte er für alle sichtbar unter Beweis stellen können, dass ihm wirklich etwas an unseren Arbeitsplätzen und dem Fortbestand der Kali-Industrie liegt! Wo war die Bürgerinitiative am 8. September 2016?!“

Harald Döll,
Betriebsratsvorsitzender Werk Werra,
GBR-Vorsitzender

Den ersten Brief von Klaus Reinhardt lesen Sie hier.

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  • 1 Kommentar
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    1. Gesinnungsopfer 11. Januar 2017 um 15:54

      Her Döll, Sie glauben doch nicht im Ernst, dass sich die „Gesinnungsgenossen“ der Bürgerinitiative für ein lebenswertes Werratal an einer Menschenkette beteiligen, deren Ziel es ist, im Verbund mit der Konzernspitze auf eine wasserrechtlich umstrittene Versenkerlaubnis hinzuwirken. Dass das Unternehmen nun die Versenkerlaubnis erhalten hat, bietet den Beschäftigten keine langfristige Perspektive. Spätestens bei der Versalzung weiterer Trinkwasserbrunnen in der Region kommt die Entsorgungpraxis des Unternehmens erneut auf den Prüfstand. Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht. Ihrer Replik mangelt es an Sachlichkeit und Weitblick. Ein Wechsel an der Spitze des Betriebsrates würde den Kalikumpeln gut tun!

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